Wirtschaft Berlins

Die Wirtschaft Berlins hat nach der Wiedervereinigung einen tiefgreifenden Strukturwandel durchlaufen. Das ökonomische Schwergewicht Berlins verlagerte sich vom produzierenden Sektor hin zu mehr Dienstleistungswirtschaft. Die Industrie selbst durchlief einen Erneuerungsprozess von arbeits- hin zu wissensintensiver Produktion. Infolgedessen stieg die Produktivität deutlich an.

Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Siemens, Deutsche Bank, Lufthansa, Allianz, AEG, Telefunken, Osram, Knorr-Bremse oder auch Edeka wurden in Berlin gegründet. Auch die großen Banken Deutschlands hatten alle ihren Hauptsitz im Berliner Bankenviertel, damit verbunden auch das Finanzzentrum Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden Teilung Berlins und Deutschlands gingen sowohl die Unternehmen als auch die Banken der Stadt verloren, sie zogen in den Westen Deutschlands. Nach der Wiedervereinigung kehrten weder die genannten Unternehmen noch die Banken nach Berlin zurück.

Zwischen 2005 und 2010 wuchs die Wirtschaftsleistung Berlins um knapp 13 Prozent und damit doppelt so stark wie im bundesdeutschen Durchschnitt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Berlin eine europäische Industriemetropole von internationalem Rang. Lokomotiven der Maschinenbaufabrik Borsig (gegründet 1837) wurden nach ganz Europa exportiert, in der Elektroindustriewaren die Firmen Siemens & Halske (gegründet 1847) und AEG (gegründet 1883) weltbekannt. Die 1864 gegründete Schering AG hatte sich auf dem Gebiet der chemischen Industrie einen Namen gemacht. Sechs Jahre später wurde die heute größte deutsche Bank, die Deutsche Bank, gegründet. Alle diese Unternehmen spielen auch nach über einhundert Jahre langem Bestehen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. 1902 wurde die Industrie- und Handelskammer zu Berlin gegründet.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges brach die Produktion in vielen mittelständischen und handwerklichen Betrieben der Stadt völlig zusammen. Ein Teil der Großunternehmen hingegen konnte, aufgrund der enormen Kriegsproduktion, wirtschaftlich profitieren. Das Bruttosozialprodukt erreichte jedoch erst wieder 1927 das Vorkriegsniveau. Die galoppierende Inflation Anfang der 1920er Jahre sorgte in der Bevölkerung für große Verunsicherung und führte zu einem florierenden Schwarzmarkt. Am 4. November 1923 kostete ein einziges Brot 420 Milliarden Mark. Das vorläufige Ende der Krise wurde dadurch eingeleitet, dass das wertlos gewordene Papiergeld ab dem 15. November 1923 von der Rentenmark ersetzt wurde.

Im Jahr 1925 arbeiteten allein in der Berliner Metallindustrie in 15.000 Betrieben rund 400.000 Menschen. Der Börsenkrach an der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 löste eine Weltwirtschaftskrise aus, die auch für Europa schlimme Folgen hatte. In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 600.000 im Jahre 1932 an, die Arbeitslosenquote betrug damit 30,8 Prozent. Dabei ist zu beachten, dass es zu dieser Zeit bei Arbeitslosigkeit nur eine geringe und während der Krise noch sinkende soziale Absicherung gab. 1932 war die industrielle Produktion in Berlin auf die Hälfte von 1928 zurückgefallen. Diese schwierige wirtschaftliche Situation begünstigte in den folgenden Jahren den Erfolg der Nationalsozialisten. Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung von Berlin am 17. November 1929 erhielt die NSDAP 5,8 Prozent der Stimmen. Im März 1933 verfehlte die Partei zwar die angestrebte absolute Mehrheit, erreichte jedoch trotzdem ein Wahlergebnis von 38,5 Prozent.

Drittes Reich

Nach der Machtergreifung Hitlers wurden viele der jüdischen Unternehmer dazu gezwungen ihre Betriebe an dem NS-System nahestehende Personen zu verkaufen. Andere wurden enteignet, verfolgt und, soweit sie Deutschland nicht rechtzeitig verlassen konnten, in die Vernichtungslager deportiert. Die Nachfolger in den „arisierten“ Unternehmen bereicherten sich zum größten Teil an dem ihnen nicht zustehenden Vermögen der Verfolgten. Die Verbände wurden gleichgeschaltet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Berlin mit seiner Elektro- und Maschinenindustrie zur Waffenschmiede des „Dritten Reichs“. In den betreffenden Betrieben mussten auch viele Zwangsarbeiter arbeiten. Wegen der starken Bombardements verlegten viele Konzerne ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und später häufig auch die Führungsabteilungen aus der Hauptstadt in weniger gefährdete Gebiete Deutschlands. Der Bombenkrieg und der Kampf um Berlin ließen von den Produktionskapazitäten in der Stadt nicht viel übrig. Nach der Befreiung vom Faschismus wurde durch Demontage ganzer Fabrikanlagen der Bestand weiter dezimiert.

Nachkriegszeit

Aufgrund der großflächigen Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges musste beim Wiederaufbau der Wohngebiete, der Infrastruktur und der Arbeitsstätten vielerorts bei Null begonnen werden. Die politische Teilung der Stadt und die Blockade West-Berlins erschwerten den Neuanfang in den ersten fünf Jahren nach Kriegsende. Für die Westsektoren Berlins stellten der Marshall-Plan der USA sowie die Hilfe der Bundesrepublik Deutschland in dieser Zeit eine sehr große Hilfe dar.

Viele Jahre war die Berliner Wirtschaft auf Hilfe und Subventionen angewiesen. Vor allem die Subventionen brachten aber auch Mitnahmeeffekte mit sich. Der Begriff der „verlängerten Werkbank“ westdeutscher Unternehmen, die in Berlin nur geringste Teile ihrer Fertigung vornehmen ließen, dafür aber die volle Berlin-Subvention einstreichen konnten, machte die Runde.

Teilung

Der Bau der Mauer am 13. August 1961 brachte für die Stadt die nächste tiefgreifende Zäsur mit sich. Die Bewohner Ost-Berlins und der Deutschen Demokratischen Republik konnten nun nicht mehr ausreisen, West-Berlin war zur politischen und wirtschaftlichen Insel geworden. 50.000 Pendler aus Ost-Berlin konnten nicht mehr in West-Berlin zur Arbeit gehen. In den Folgejahren wurde West-Berlin als Industriestandort durch die Umsiedlung ganzer Betriebe, sowie die vielerorts drastische Reduzierung der Arbeitsplätze (nicht nur durch Rationalisierung) geschwächt. Der West-Berliner Arbeitsmarkt wurde immer stärker von der öffentlichen Beschäftigung, der Wissenschaft und dem Dienstleistungssektor geprägt. Ost-Berlin blieb für die DDR-Wirtschaft zugleich weiterhin der Schwerpunkt der industriellen Produktion.

Die zentralistische und ebenfalls hoch subventionierte Planwirtschaft der DDR konnte jedoch keinen wirtschaftlichen Aufschwung erreichen. Veraltete Anlagen sowie Rohstoff- und Devisenmangel verhinderten, dass die DDR-Wirtschaft mit den technologischen Entwicklungen im internationalen Maßstab Schritt halten konnte. Nach der Wende 1989 brachen die Absatzmärkte vieler DDR-Betriebe gleichsam mit den politischen Systemen zusammen. Ostdeutschland wurde als riesiges neues Absatzgebiet für West-Produkte genutzt. Es dauerte Jahre, bis in den Supermärkten der damals neuen Bundesländer wieder Produkte aus regionaler Produktion verkauft wurden. Da Ost-Berlin als Absatzgebiet, aber kaum als Produktionsgebiet gesehen wurde, sind Tausende von Betrieben und Hunderttausende von Arbeitsplätzen verloren gegangen.

Wiedervereinigung

Die Isolation West-Berlins wurde durch die Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 beendet. Somit war die Voraussetzung für die erneute wirtschaftliche Einheit von Ost- und Westteil der Stadt gegeben, die Verflechtungen mit dem Umland nahmen stark zu. So wurden auch zahlreiche Kooperationen insbesondere mit dem Land Brandenburg aufgebaut. Die Industrie verlor in den 1990er Jahren zunächst dramatisch an Bedeutung. Im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels haben sich die Schwerpunkte mittlerweile auf den Dienstleistungssektor und die Produktion in innovativen Bereichen der Industrie verlagert. Die Innovationszentren der Stadt haben bisher jedoch nicht die enormen Arbeitsplatzverluste in den industriellen Bereichen kompensieren können.

Berliner Republik

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Heizkraftwerk in Berlin Mitte. Seit 2003 ist Vattenfall Europe mit Sitz in Berlin der größte Energieversorger der Hauptstadt

Die Bevölkerung im Ballungsgebiet Berlin wächst, innovative Wirtschaftscluster ziehen Unternehmer an und machen Berlin zur aktuellen Gründungshauptstadt Deutschlands. Zwischen 2006 und 2010 lag die Gründerquote in Berlin auf dem deutschlandweit höchsten Wert von 2,67 %. Im Jahr 2010 betrug das BIP des Landes Berlin 94,7 Milliarden Euro.[1] Das Wirtschaftswachstum lag 2010 bei 2,7 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. Zwischen 2005 und 2010 wuchs die Wirtschaftsleistung Berlins jedoch um knapp 13 % und damit doppelt so stark wie die des Bundes. Im Vergleich mit dem regionalen BIP (in Kaufkraftstandards) je Einwohner erreicht Berlin in der EU (EU-27: 100) im Jahr 2008 einen Index von 99, Brandenburg 82 und Deutschland 116.

Im Dienstleistungssektor wird von etwa 64 Prozent der Berliner Erwerbstätigen ein Anteil an der städtischen Bruttowertschöpfung von über 67 Prozent erwirtschaftet. Das produzierende Gewerbe bietet für etwa 8 Prozent der Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz, erwirtschaftet jedoch einen Anteil von fast 15 Prozent der Berliner Wertschöpfung. Innerhalb der Berliner Industrie liegt die Exportquote 2009 bei rund 45 Prozent. Die bedeutendsten Warengruppen der Berliner Exporte sind derzeit pharmazeutische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen und Kraftmaschinen.[2]

Das Land Berlin war Ende 2011 mit etwa 62 Milliarden Euro verschuldet, jährlich fallen mehr als 2 Milliarden Euro Zinsen an. Die Schulden stiegen insbesondere in den 1990ern an (siehe auch: Berliner Bankenskandal). Aufgrund der guten Konjunktur der letzten Jahre konnte mittlerweile die Neuverschuldung zurückgefahren werden. So hätte Berlin ohne die Zinslast 2011 einen ausgeglichenen Haushalt mit 600 Millionen Euro Überschuss gehabt.

Berlin verzeichnet bundesweit die höchste Quote an Hartz-IV-Empfängern; zu Beginn des Jahres 2012 bezogen nach Angaben des Deutschen Landkreistages 16,7 Prozent der Einwohner Berlins Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II.

Im Zeitraum von 2005 bis 2011 kam es in Berlin jedoch zu einem kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Angestellten im genannten Zeitraum um knapp 140.000 an, dies bedeutet einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg von über 2 Prozent.

Nach dem Creditreform SchuldnerAtlas 2011 ist in Berlin ein Anteil von 12,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung überschuldet, während in Deutschland der Anteil bei 9,4 Prozent liegt.[3]

Standortfaktoren

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Berlin ist ein internationaler Dienstleistungsstandort und gilt als Weltstadt mit einer hohen Lebensqualität

Berlin zeichnet sich als Standort durch die Internationalität, die Nähe zur Politik, die relativ niedrigen Mieten, das vielfältige kulturelle Angebot, die zahlreichen Grünflächen in der Stadt und die Nähe zu verschiedenen Naherholungsgebieten sowie einen gut ausgebauten ÖPNV aus. Durch zahlreiche im Stadtgebiet angesiedelte Technologieparks und die insgesamt 79 wissenschaftlichen Einrichtungen ist Berlin eine Wissenschaftsregion. Die große Anzahl an Hochschulabsolventen bietet vor allem innovativen Unternehmen ein großes Fachkräftepotential. Der neue Flughafen Berlin Brandenburg soll die Flüge von und nach Berlin am Standort Schönefeld bündeln. Somit wird er die für die Hauptstadt benötigten Kapazitäten im Luftverkehr bieten. Im zweiten Halbjahr 2017 soll er zum Teil geöffnet werden.

In den unterschiedlichsten international angelegten Studien wird die Lebensqualität der Stadt Berlin als überdurchschnittlich bewertet.[4] Der Wealth Report listete im Jahr 2011 Berlin im globalen Vergleich der Lebensqualität auf Platz 2. aller untersuchten Weltstädte.[5] Laut European Cities Monitor, einer Umfrage Europas führenden Unternehmern, die zum Ziel hat die bedeutendsten Zentren für Geschäftstätigkeit und Ansiedlungen zu ermitteln, wird Berlin im Jahr 2011 auf dem fünften Platz als bester Standort für internationale Konzerne in Europa gelistet.[6]

Bildung und Forschung

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Die Humboldt-Universität zu Berlin ist eine von 11 Eliteuniversitäten in Deutschland

In Berlin gibt es 11 staatliche Hochschulen und 22 staatlich anerkannte private Hochschulen an denen rund 150.000 Studenten (Wintersemester 2010/2011) eingeschrieben sind. Im Jahr 2010 schlossen an den Berliner Hochschulen knapp 25.000 Studenten ihr Studium ab. Außerdem sind in der Stadt jeweils 6 Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft, 16 Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und circa 18 weitere Forschungseinrichtungen und –verbünde angesiedelt.

So hat Berlin pro Kopf deutschlandweit die höchste Forscher- und Akademikerdichte, insgesamt sind an 79 Einrichtungen etwa 200.000 Menschen in Wissenschaft und Forschung aktiv. In Berlin bestehen Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft. Ein Beispiel ist das Technologiezentrum Berlin Adlershof in dem sechs Institute der Humboldt-Universität und etwa 800 Unternehmen in direkter Nähe zueinander angesiedelt sind. Ein weiteres der Siemens Technopark in dem Kooperationspotentiale mit der TU-Berlin und der Beuth Hochschule genutzt werden.

Verkehrsinfrastruktur

Voraussichtlich 2017 wird der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnet. Der ausgebaute Flughafen Schönefeld wird mit einer Startkapazität von bis zu 27 Millionen Passagieren die bestehenden Flugplätze ersetzen und die Flüge am Standort bündeln. Je nach Passagierentwicklung kann der Flughafen für bis zu 45 Millionen Passagiere ausgebaut werden. Zum Start des neuen Flughafens werden zahlreiche neue Verbindungen eingerichtet.[7]

Derzeit verfügt Berlin über zwei Flughäfen, Berlin-Tegel (TXL) und Berlin-Schönefeld (SXF/BER). Sie fertigten im Jahr 2014 ca. 28 Millionen Passagiere ab. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 6,3 Prozent. Das Passagieraufkommen nimmt in Berlin stark zu, so wurden im Jahr 2000 noch 13,3 Millionen Passagiere abgefertigt. Der Flughafen Schönefeld wird von EasyJet seit 2004 und von Germanwings seit 2005 als Drehkreuz verwendet.

Mit S-Bahn, U-Bahn, Regionalbahn, Straßenbahn, Bussen und Fähren hat Berlin einen sehr umfangreichen ÖPNV. Es ist tariflich zusammengefasst durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), dem flächengrößten Verkehrsverbund in Deutschland.

In Berlin treffen sich 10 Eisenbahn-Hauptstrecken, die die Stadt zu einem europäischen Bahnknoten machen. Mit täglich rund 300.000 Reisenden ist der Berliner Hauptbahnhof Europas größter Kreuzungsbahnhof.

Mieten

Nach einer Mietpreisstudie von ECA International belegt Berlin im Europavergleich der Städte mit den höchsten Mieten nur Platz 34. So betrug beispielsweise 2011 die Miete einer Dreizimmerwohnung in Berlin etwa 775 Euro, in Europa durchschnittlich 1.090 Euro und in London, der teuersten Stadt Europas, musste man durchschnittlich sogar 2.500 Euro zahlen.[8]

Telekommunikation

Berlin verfügt mit einer Strecke von 200.000 Kilometern über das umfangreichste Glasfasernetz in ganz Europa. Im gesamten Stadtgebiet sind mobile Breitbandanwendungen über UMTS-Netze garantiert. Außerdem gibt es in Berlin über 700 Hotspots.

Gründerszene

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Factory Berlin, Campus für Gründer an der Bernauer Straße

Die lebendige Gründer- und Start-up-Szene Berlins sorgt insbesondere seit den späten 2000er Jahren für einen steten Zuwachs an Arbeitsplätzen, Innovation, Kaufkraft und Internationalität des Berliner Wirtschaftsumfeldes.[9][10]

Einer stadtökonomischen Untersuchung Berlins von März 2014 zufolge sei im urbanen Umfeld eine hohe Einwohnerdichte und ein lebendiges Ausgeh- und Kulturleben für die Startup-Gründerszene wichtig, die Arbeit und Leben nah beieinander zusammenbringt. Büroviertel, Technologieparks und Gründerzentren auf der „Grünen Wiese“ seien demzufolge höchst unattraktiv für die meisten Gründer, auch bei guter Verkehrsanbindung.[11]

Entscheidend für den Erfolg von Startups und Unternehmensgründern insgesamt sei laut einer RKW-Studie von November 2015 ein „fruchtbares regionales Gründer-Ökosystem“ bzw. gründerfreundliches Klima, welches durch das Zusammenspiel von Talenten, erfolgreichen Unternehmern, Finanzierungsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, bürokratiearmer Politik und Verwaltung, potenziellen Kunden, leistungsfähiger Infrastruktur (vor allem digitaler und öffentlicher), die Offenheit für Innovationen, Kreativität und eine hohe Lebensqualität entstehe. In Berlin sei diese Dynamik gegeben und könne der Studie zufolge mithilfe eines proaktiven, qualitätvollen Regionalmanagements und durch die Vernetzung von Gründer-Initiativen und Unternehmern unterstützt werden.[12]

Wirtschaftszweige

Die beiden Länder Berlin und Brandenburg haben auf politischer Ebene eine gemeinsame Innovationsstrategie definiert.[13] Dazu wurden sogenannte Zukunftsfelder identifiziert, die gemeinsam entwickelt und verstärkt gefördert werden sollen. Diese Felder sind Biotechnologie/Medizintechnik/Pharma, Medien/Informations- und Kommunikationstechnologie, Verkehrssystemtechnik, Optik, sowie Energietechnik. In diesen Feldern ist die Region bereits gut aufgestellt, bzw. sie versprechen in der Zukunft großes Wachstum. Weiterhin wurde mit der Solarindustrie und der Umwelttechnik ein sechstes Kompetenzfeld geschaffen.[14] Berlin und Brandenburg werben gemeinsam um neue Ansiedlungen in diesen Kompetenzfeldern, insbesondere im Zuge gemeinsamer Messepräsenzen sowie mit dem virtuellen Business Location Center. 48,5 Prozent der Berliner sowie 56,0 Prozent der Potsdamer arbeiten bereits in Zukunftsbranchen.[15] Laut einer Studie der Beratungsfirma Deloitte haben 9 der 50 am schnellsten wachsenden deutschen Technologieunternehmen ihre Zentrale in der Hauptstadt (2011).[16]

Tourismus

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Das Hotel Adlon

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Im Jahr 2011 wurden etwa 22,4 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben von 9,9 Millionen Gästen gezählt. [17] Dies stellt im Vergleich zum Jahr 2001 (11,3 Millionen Übernachtungen von 4,9 Millionen Gästen) eine Verdopplung der Zahlen dar. Hinzu kommen jährlich mehr als 100 Millionen Tagesbesucher. Die Stadt ist damit nach London und Paris ein bevorzugtes Reiseziel innerhalb Europas.[18]

Die Berliner Hotellandschaft bestand im Juni 2012 aus 781 Unterkünften mit einer Bettenkapazität von rund 125.000. Die Verweildauer der Hotelgäste beträgt im Durchschnitt 2,2 Tage.[19] Internationale Gäste machen etwa 40 Prozent der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festivals, Einkaufsmöglichkeiten, Nachtleben sowie Großveranstaltungen, die jährlich mehrere hunderttausend Besucher zählen.

Durch die positive Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt ist die Tourismusbranche in Berlin zu einer wichtigen Säule der regionalen Wirtschaft geworden. Die größten Profiteure des Berlin-Tourismus sind das Gastgewerbe (42,8 Prozent des Umsatzes), der Einzelhandel (40,4 Prozent) und die Dienstleistungsunternehmen (16,8 Prozent). [20]

Messe- und Kongresswirtschaft

Berlin ist einer der besucher- und umsatzstärksten Messe- und Kongressstandorte der Welt.[21] Im Jahr 2011 wurden etwa 115.700 Veranstaltungen mit rund 9,7 Millionen Teilnehmern durchgeführt.[22] Laut ICCA Statistik ist Berlin, gemessen an der Anzahl von Kongressen mit internationaler Beteiligung, auf Rang 4 aller Kongressstädte gelistet.[23]

Das Messegelände in Charlottenburg-Wilmersdorf rund um den Funkturm wurde im Jahr 1822 erstmals als Gewerbeausstelungsgelände genutzt und weist heute eine Hallenausstellungsfläche von 160.000 m² und eine Freifläche von etwa 100.000 m² aus. Betreiber ist der zu 99 Prozent stadteigene Veranstaltungsträger Messe Berlin. Das Berlin Convention Office der Berliner Tourismuswerber visitberlin vermarktet die deutsche Hauptstadt als Kongressmetropole.

Eine Vielzahl international relevanter Leitmessen sind auf dem Berliner Messegelände und auf dem Berlin ExpoCenter Airport in Brandenburg etabliert. Hierzu gehören u. a. die Konsumelektronikmesse IFA, die Tourismusbörse ITB, die Luft- und Raumfahrtschau ILA Berlin Air Show, die Schienenverkehrsmesse InnoTrans, die Landwirtschaftsschau Grüne Woche, die Ernährungsmesse Fruit Logistica sowie die Fachmesse für Erotik & Erwachsenenunterhaltung Venus Berlin. Die privatwirtschaftlich organisierte Modemesse Bread & Butter findet in ehemaligen Hangars des Flughafens Tempelhof statt, der European Film Market während der Berlinale im Martin-Gropius-Bau.

Die Kongresswirtschaft, zu der international, national sowie lokal ausgerichtete Tagungen, Informationsveranstaltungen und geschäftliche Zusammenkünfte aller Art gehören, ist ein weiterer Zweig der Berliner Wirtschaft. Eine Vielzahl von Hotels sind auf Tagungen eingestellt und erzielen hiermit einen wichtigen Teil ihres Jahresumsatzes. Das ICC ist das größte Konferenzzentrum Europas und zählt zu den renommiertesten Veranstaltungsorten der Welt.[24] Medizinkongresse und Fachtagungen von mehreren Tausend Teilnehmern können in dem 1979 eröffneten Bau abgehalten werden.

Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft

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Sitz der Bayer HealthCare AG

In den Jahren 1996 bis 2008 betrug der kumulierte Anstieg der Erwerbstätigen in der Berliner Gesundheitswirtschaft 10,2 %. Somit wurden in der Bezugsperiode mehr als 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt sind 2009 etwa 226.000 Personen, das sind 13,5 Prozent der Berliner Erwerbstätigen, im Gesundheitssektor mit seinen Teilbereichen Industrie, Handel, Handwerk sowie privaten und öffentlichen Dienstleistungen beschäftigt gewesen.[25]

Die Biotechnologie ist eine innovative Querschnittstechnologie, die durch überdurchschnittlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gekennzeichnet ist. Die unmittelbare Nähe zu Hochschulen und Universitäten sowie die Einrichtung zahlreicher Technologieparks wie beispielsweise dem berlinbiotechpark Charlottenburg begünstigt Unternehmensansiedlungen. In der Hauptstadtregion sind rund 200 kleine und mittlere Biotechnologie-Unternehmen mit ca. 3.700 Mitarbeitern in Produktion, Forschung und Entwicklung tätig (2010).[26]

Kulturwirtschaft

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Hauptsitz von Universal Music Deutschland in Friedrichshain

Berlin hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer europäischen Metropole für die Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt. Im Jahre 2004 wurde die Kulturwirtschaftsinitiative vom Berliner Senat verabschiedet, 2006 wurde Berlin in das Creative Cities Network der Unesco aufgenommen. Seit dem Jahr 2000 ist der Umsatz der Kulturwirtschaft um 25 Prozent angestiegen. Im Jahr 2009 erwirtschafteten in der Kreativ- und Kulturwirtschaft knapp 160.000 Erwerbstätige in 25.500 Unternehmen einen Umsatz von rund 12,8 Milliarden Euro. Gemeinsam mit dem IKT-Sektor erwirtschaftet der Medien-, Kreativ- und Kulturbereich somit circa 16 Prozent des Berliner Gesamtumsatzes (2009).[27]

Innerhalb der Kulturwirtschaft spielt die Musikbranche in Berlin eine besondere Rolle. Über 9,4 Prozent aller Musikunternehmen Deutschlands haben ihren Sitz in Berlin. Die Angebotsvielfalt an Musikveranstaltungen und Veranstaltungsorten, die 155 ansässigen Musikverlage, die über 100 Musikschulen mit 40.000 Schülern und über 3.000 Studenten im Fach Musik bieten gute Voraussetzungen dafür, dass sich die Branche auch in Zukunft gut entwickelt.

Digitalwirtschaft

Seit etwa 2005 findet in Berlin ein zunehmend starkes Wachstum der Internetwirtschaft statt. Ausgehend von der Anzahl und der Popularität der in Berlin ansässigen Internetunternehmen, gilt die Stadt derzeit als der wichtigste Standort der Webwirtschaft im deutschsprachigen Raum.[28] Das in den letzten Jahren in diesem Bereich entstandene Cluster zieht derzeit die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich und macht Berlin zu einem idealen Standort für Internetfirmen. Die Internetwirtschaft ist durch den starken Gründungswillen der Berliner geprägt. Die Industrie und Handelskammer geht von mehr als 1300 neu entstandenen Software- und IT-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren aus.[29]

Verkehrssystemtechnik

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Der Hauptsitz der Deutsche Bahn AG

In über 400 verkehrstechnischen Betrieben sind in der Hauptstadtregion 54.000 Mitarbeiter beschäftigt. Von ihnen arbeiten etwa 2.000 als wissenschaftliche Mitarbeiter in Forschungszentren. Im Bereich der Verkehrssystemtechnik in den letzten Jahren ein Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen. Handlungsfelder der Verkehrssystemtechnik sind die Bahntechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Verkehrstelematik/Verkehrslogistik, Luft- und Raumfahrttechnik und der Bereich Binnenschifffahrt.[30]

Berlin/ Brandenburg ist eine Modellregion für Elektromobilität. Energieeffizienz wird für die großen Automobilhersteller immer mehr zum beherrschenden Thema. In Berlin bildet dabei die Integration der verschiedenen Arten von Elektrofahrzeugen in das traditionelle Angebot des öffentlichen Nahverkehrs und des Tourismus, Mobilitäts- und Wohnungsdienstleistungen und innerstädtische Verteilerverkehre einen Schwerpunkt. In der Hauptstadt gibt es seit einigen Jahren mehrere Pilotprojekte zu diesem Thema. Beispiele hierfür sind die Kooperationen von BMW und Vattenfall („Mini E Berlin“), die Zusammenarbeit von Eon und Volkswagen („Flottenversuch Elektromobilität“) sowie der Flottenversuch von Daimler („EMKEP“)

Optik

Optik wird als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts betrachtet. Im Technologiepark Berlin-Adlershof sind viele Unternehmen der Photonik, Optik, Optoelektronik und Lasertechnologie vertreten. Eine Initiative von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region ist Optec-Berlin-Brandenburg (OpTecBB) e. V., welcher die Erschließung und Nutzung optischer Technologien fördern soll. Die Unternehmen der Sparte optische Technologien und Mikrosystemtechnik konnten in den Jahren 2001 bis 2010 durchschnittlich ein jährliches Umsatzwachstum von etwa 8 Prozent verbuchen, im Jahr 2011 lag das Wachstum sogar bei 12 Prozent. Auch die Beschäftigungszahlen sind in den letzten Jahren jährlich um durchschnittlich 3,5 Prozent gestiegen.[31]

Energietechnik

Die Energietechnik beschäftigt sich u. a. mit der Effizienz von Energieumwandlung, Energietransport und Energienutzung. Die bundesländerübergreifende wirtschaftliche Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg wurde in den letzten Jahren intensiviert. Insgesamt sind über 500 Unternehmen mit rund 47.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Außerdem beschäftigen sich insgesamt 35 wissenschaftliche Einrichtungen mit energiebezogener Forschung und Lehre. Die Region nimmt damit in Deutschland eine führende Rolle auf dem Gebiet der Energietechnik ein.[32]

Landwirtschaft

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Wechsel von Ackerflächen, weg- und grabenbegleitenden Hecken und Gehölzen zwischen Gatow und Kladow im äußersten Westen Berlins

In Berlin gibt es nach Aussage des Landesverbandes Landwirtschaft & Pferdehaltung Berlin rund 1900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die von 40 Landwirten bewirtschaftet werden. Der Anteil der Landwirtschaftsfläche beträgt demnach 2,2 Prozent des Stadtgebietes. Die Betriebe sind hauptsächlich in den Randbezirken Berlins, wie Rudow, Buckow, Marienfelde, Gatow, Kladow, Blankenfelde und Lübars zu finden. Die Fläche wird in der Hauptsache als Grünland für die Futtergewinnung, meist Heu, und beim Ackerland für den Roggenanbau genutzt. Ein kleiner Teil eignet sich auch für den Gemüse- und Rapsanbau.[33]

Die offizielle Statistik für Berlin-Brandenburg verzeichnet, Stand 2015, 3832 Hektar Landwirtschaftsfläche, was einem Anteil von 4,3 Prozent entspricht. Demnach liegt der Anteil landwirtschaftlicher Flächen im Bezirk Pankow bei 17,8 Prozent, im Bezirk Lichtenberg bei 10,7 Prozent und im Bezirk Spandau, im ehemaligen Westteil, bei 8,4 Prozent.[34]

Technologieparks

Die beiden größten und bekanntesten Technologieparks in Berlin sind der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof (Wista) und der BiotechPark Berlin-Buch. Sie nehmen eine ausgesprochen positive Entwicklung und sind in internationale Netzwerke eingebunden.

Adlershof

Hauptartikel: WISTA
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Das Wista-Gelände in Berlin-Adlershof

Der größte europäische Technologiestandort auf dem Gelände der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR ist unter der Kurzform Wista bekannt. Der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort liegt im Berliner Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick. Hier werden ein Medienzentrum, ein Technologiepark und ein Universitätsstandort räumlich verbunden, sodass Forschung, Entwicklung und Produktion ineinander greifen können.[35]

Die Schwerpunkte liegen in der Umwelttechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Optoelektronik. In der Medienstadt Adlershof arbeiten heute etwa 1.800 Beschäftigte in 139 Unternehmen. Im Wissenschafts- und Technologiepark zählen 425 Unternehmen knapp 6.700 Beschäftigte, darunter 1.700 Forscher in elf außeruniversitären Instituten. Im Bereich des Gewerbes und der Dienstleistungen sind in 302 Unternehmen 5.000 Personen beschäftigt. Die sechs Institute der Humboldt-Universität zu Berlin am Standort zählen 7.874 Studenten und 925 Mitarbeiter. Insgesamt sind am Standort 14.148 Menschen beschäftigt. Jeder Arbeitsplatz zieht in Berlin 0,6 weitere Arbeitsplätze nach sich, sodass insgesamt über 22.500 Jobs in Berlin vom Standort abhängen. Der Umsatz aller Einrichtungen lag im Jahr 2010 bei 2,1 Milliarden Euro, die Gesamtleistung der Berliner Wirtschaft bei 94,7 Milliarden.[36]

Buch

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Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Der Standort Berlin-Buch hat sich in den letzten Jahren deutschlandweit zu einem der größten Biotechnologieparks und Gesundheitsforschungszentren entwickelt. Auf dem 32 Hektar großen Gelände sind Einrichtungen wie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), das Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und ein Biotechnologiepark ansässig. Außerdem bietet ein modernes Kongresszentrum mit integrierten Laboren vielfältige Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch. Rund 2.500 Wissenschaftler, Ärzte und Angestellte sind auf dem Gelände tätig. Bisher haben sich 54 Unternehmen angesiedelt. Die BBB Management GmbH ist seit 1995 als Entwicklungs- und Betreibergesellschaft tätig. [37]

Weitere

Neben den beiden großen Technologieparks gibt es auch noch weitere Standorte, an denen gezielt Technologieunternehmen in räumlicher Nähe zueinander gefördert werden. In Charlottenburg gibt es die Bestrebung, am Standort der Technischen Universität sowie der Universität der Künste einen Uni-Campus City-West zu gründen, um dort gezielt hochschulnahe Firmen in der Gegend rund um den Ernst-Reuter-Platz anzusiedeln.[18]

In Berlin-Siemensstadt betreibt Siemens seit Herbst 2007 mit dem Siemens Technopark Berlin den nach eigenen Angaben größten Technologiepark Deutschlands. Auf dem 480.000 m² großen ehemaligen Werksgelände sind 1.950 Arbeiter beschäftigt.[38]

Der TechnologieCampus Innovationspark Wuhlheide ist auf technologieorientierte Unternehmen aus verschiedenen Disziplinen und Branchen ausgerichtet. Auf dem 53.000 m² großen Gelände haben sich bisher 155 meist kleine und mittlere Firmen angesiedelt, in denen insgesamt rund 1.400 Personen beschäftigt sind.[39]

Arbeitsmarkt

Erwerbstätige und Arbeitslose in Berlin[40]
Jahr AL ET DL PG LFF
1991 10,4 1.699,4 1.239 459,2 1,2
1992 12,8 1.673,2 1.245,9 426,2 1,1
1993 13,9 1.666,5 1.259,2 406,2 1,1
1994 14,3 1.653,9 1.264,1 388,7 1,1
1995 15,0 1.653,7 1.279,9 372,8 1,1
1996 15,1 1.627,8 1.276,9 349,9 1,1
1997 16,4 1.593,0 1.259,3 332,6 1,0
1998 17,9 1.580,2 1.263,7 315,5 1,0
1999 17,5 1.578,3 1.276,4 300,9 1,0
2000 16,9 1.598,3 1.314,0 283,2 1,1
2001 17,3 1.591,2 1.324,6 265,4 1,1
2002 18,3 1.566,6 1.317,1 248,3 1,2
2003 20,6 1.544,9 1.311,6 232,1 1,2
2004 21,4 1.552,7 1.327,4 224,1 1,2
2005 19,3 1.553,0 1.337,0 215,0 1,1
2006 18,6 1.574,4 1.364,0 209,5 1,0
2007 16,3 1.606,7 1.397,0 208,8 1,0
2008 15,1 1.635,5 1.423,4 211,1 1,0
2009 13,7 1.665,1 1.454,3 210,2 0,6
2010 13,1 1.684,2 1.473,6 210,1 0,6
2011 11,9 1.709,2 1.493,3 215,3 0,6
2012 10,6 1.754,1 1.534,2 219,3 0,6
2015 9,4 1.846,3 1.624,2 221,2 0,5
AL = Arbeitslosenquote in %

ET = Erwerbstätige in tsd
DL = Dienstleistungsbereiche in tsd
PG = Produzierendes Gewerbe in tsd
LFF = Land- und Forstwirtschaft, Fischerei in tsd

Nach dem Mauerfall hat sich die Wirtschaft stark verändert. Von 1991 bis 2006 gingen 258.400[41] Industrie-Arbeitsplätze verloren. Im Öffentlichen Dienst sind noch einmal über 60.000 Stellen seit 1992 abgebaut worden. Mit aktuell etwa 229.000 Arbeitslosen liegt die Arbeitslosenquote in Berlin bei 13,3 % (Jahresdurchschnitt 2011). Dennoch verspüren Berliner Unternehmen zunehmend Fachkräfteengpässe – und zwar nicht nur im Bereich der Hochqualifizierten, sondern auch bei Absolventen mit dualer Ausbildung und Weiterbildungsabschlüssen.[42]

Unternehmen

Die größten Unternehmen in Berlin nach dort Beschäftigten

Angaben der Unternehmen, IHK-Liste von 2014.[43]

  1. 19.466 – Deutsche Bahn AG
  2. 16.800 – Charité Universitätsmedizin
  3. 14.714 – Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
  4. 13.776 – Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
  5. 11.818 – Siemens AG
  6. 6.833 – Deutsche Telekom AG
  7. 6.831 – Edeka Minden-Hannover
  8. 6.500 – Deutsche Post AG
  9. 6.466 – Wisag Gruppe
  10. 6.203 – Daimler AG
  11. 5.950 – Dussmann
  12. 5.908 – Kaiser’s Tengelmann
  13. 5.500 – Vattenfall
  14. 5.379 – Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
  15. 5.160 – Securitas Deutschland
  16. 4.836 – Metro AG
  17. 4.833 – Axel Springer SE
  18. 4.744 – Gegenbauer
  19. 4.523 – Berliner Wasserbetriebe
  20. 4.500 – Bayer Pharma
  21. 4.200 – Kaufland Dienstleistungs GmbH & Co. KG
  22. 4.000 – Deutsche Bank
  23. 3.836 – Helios Kliniken
  24. 3.742 – Berliner Sparkasse



Unternehmen mit Hauptfirmen- oder Deutschlandsitz in Berlin

Weblinks

 Commons: Wirtschaft Berlins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Konjunkturdaten auf Berlin.de (PDF; 18 kB) abgerufen am 9. Juni 2010
  2. Berliner Wirtschaft in Zahlen auf IHK-Berlin.de
  3. Schuldner Atlas 2011 auf Creditreform-Berlin.de
  4. Mercer Quality of Living Survey – Worldwide Rankings, 2011, Stand: November 2011, abgerufen am 17. August 2012
  5. The Wealth Report 2011, abgerufen am 17. August 2012
  6. European Cities Monitor 2011, abgerufen am 17. August 2012
  7. Sommerflugplan auf Berlin-Airport.de
  8. Pressemitteilungen auf Haffapartner.de
  9. Top Standort für Gründer: Startup-Metropole Berlin, Computerwoche, 27. August 2014
  10. Berlin kann führende Start up-Metropole Europas werden, McKinsey-Studie "Berlin gründet", abgerufen am 5. Dezember 2015
  11. Culturally Clustered or in the Cloud? Location of Internet Start-ups in Berlin (Englisch), Kristoffer Moeller (TU Darmstadt), Studie für das Spatial Economics Research Centre (PDF-Datei; 3,8 MB), Zusammenfassung auf deutsch bei gruenderszene.de
  12. Neues RKW Magazin zum “Treffpunkt: Gründerökosystem”, RKW, abgerufen am 20. November 2015
  13. Innovationsstrategie Berlin_Brandenburg (InnoBB): [1]
  14. Alles dreht sich um die Sonne. In: Tagesspiegel, 22. Juni 2008
  15. Zukunftsatlas 2007
  16. Wachsende Technologieunternehmen auf Deloitte.com
  17. Tourismusreport der IHK Berlin (PDF-Datei; 96 kB), Stand: Februar 2012, Zugriff am 9. August 2012/
  18. Tourismuskonzeot der Stadt Berlin (PDF-Datei; 3,24 MB), Stand: Jahresstand 2011+, Abgerufen am 20. September 2012/
  19. Erfolgreiche Tourismus- und Kongressbilanz für Berlin, visitberlin, Abgerufen am 20. September 2012/
  20. IHK Berlin: Wirtschaftsfaktor Tourismus, Berlin 2009, Zugriff am 6. Mai 2012
  21. tourismuspresse.at: Kongressland Österreich weiterhin ganz vorne, Pressemeldung, 3. Oktober 2011, Zugriff am 6. Mai 2012
  22. Messe- und Kongressstandort, Business Location Center, Pressemeldung, Abgerufen am 13. August 2012
  23. ICCA Statistics Report 2002-2011, ICCA, Pressemeldung vom 16. Juli 2012 (PDF Download), Abgerufen am 20. September 2012
  24. Internationales Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) - Awards, World Travel Awards, Zugriff am 20. September 2012
  25. Gesundheitscluster Überarbeitet (PDF-Datei; 1,66 MB) auf Healthcapital.de
  26. Biotechnologie in Berlin-Brandenburg Cluster KmK (Memento vom 22. Dezember 2013 im Internet Archive) auf Berlin.de
  27. Gesamtumsatz 2009 auf Berlin.de
  28. Jeder Vierte Internetdienst kommt aus Berlin auf Netzwertig.com
  29. Die neue Gründerszene Berlin auf Tip-Berlin.de
  30. Verkehrssystemtechnik in Berlin auf Berlin.de
  31. Pressebericht auf Berlin.de
  32. Energiebericht auf Berlin.de
  33. Landesverband Landwirtschaft & Pferdehaltung Berlin e.V, abgerufen am 19. Juli 2016.
  34. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Statistischer Bericht A V 3 – j / 15 – Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung in Berlin 2015. (PDF; 509 kB)
  35. O. R. Michael: Wirtschaftsfaktor Wissen. Kröher, Spezial
  36. Datenfakten auf Adlershof.de
  37. Biotechpark auf BBB-Berlin.de
  38. Siemens Technopark Berlin
  39. Innovationspark Wuhlheide Berlin
  40. [2], April 2014
  41. Statistischer Bericht: Erwerbstätigenrechnung – Erwerbstätige in Berlin (PDF; 279 kB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, November 2007
  42. Fachkräftemonitor der IHK Berlin, Juli 2012
  43. Liste der 100 größten Arbeitgeber Berlins. (PDF) IHK Berlin, abgerufen am 27. März 2017