Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Bezirk von Berlin

Friedrichshain-Kreuzberg ist der zweite[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte am 30. Juni 2016 281.076 Einwohner.

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Friedrichshain-Kreuzberg
2. Bezirk von Berlin
Bezirk MitteBezirk Friedrichshain-KreuzbergBezirk PankowBezirk Charlottenburg-WilmersdorfBezirk SpandauBezirk Steglitz-ZehlendorfBezirk Tempelhof-SchönebergBezirk NeuköllnBezirk Treptow-KöpenickBezirk Marzahn-HellersdorfBezirk LichtenbergBezirk ReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
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Koordinaten 52° 30′ 0″ N, 13° 26′ 0″ OKoordinaten: 52° 30′ 0″ N, 13° 26′ 0″ O.
Fläche 20,34 km²
Einwohner 281.076 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 13.819 Einwohner/km²
Ausländeranteil 22,4[1] % (31. Dez. 2012)
Arbeitslosenquote 13,3[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 10178, 10179, 10243, 10245, 10247, 10249, 10317, 10961, 10963, 10965, 10967, 10969, 10997, 10999
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Frankfurter Allee 35/37
10247 Berlin
Website friedrichshain-kreuzberg.de
Durchschnittsalter 37,3 Jahre[1] (31. Dez. 2012)
(somit der Bezirk mit den jüngsten Einwohnern)
Gliederung
Bezirksschlüssel 02
Gliederung des Bezirks

2 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Knut Mildner-Spindler (Linke)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
Grüne Linke SPD CDU AfD Piraten PARTEI FDP
20 12 10 4 3 2 2 2
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Verbindet Kreuzberg und Friedrichshain: die Oberbaumbrücke

Der flächenkleinste der zwölf Berliner Bezirke hat zugleich die höchste Bevölkerungsdichte und das geringste Durchschnittsalter. Er entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Fusion des bis dato eigenständigen Ost-Berliner Bezirks Friedrichshain mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg.

Der zentral gelegene Bezirk gilt als alternativ und kreativ und ist bekannt für ein vielfältiges Nacht- und Kulturleben.[4]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ortsteile

Friedrichshain-Kreuzberg ist einer von zwei Bezirken (neben dem Bezirk Mitte), die aus Teilen des ehemaligen Ost- und West-Berlin bestehen. Die beiden Ortsteile des heutigen Bezirks, Friedrichshain und Kreuzberg, sind durch die Spree voneinander getrennt. Die Oberbaumbrücke verbindet beide Altbezirke und ist damit zum Wahrzeichen des neuen Verwaltungsbezirks geworden, was im Bezirkswappen zum Ausdruck gebracht wird.

Beide Ortsteile gehören zu den Szenevierteln Berlins und erleben durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum einen Strukturwandel in Form von Gentrifizierung. Da Kreuzberg und Friedrichshain seit der Fusion im Sprachgebrauch mitunter als Einheit betrachtet werden, haben sich Verkürzungen wie „Kreuzhain“ und „Xhain“ etabliert, insbesondere als Verweis auf das Nachtleben im Bezirk.[5][6]

Im Jahr 2014 wurde ein Tausch von Flächen mit dem benachbarten Bezirk Tempelhof-Schöneberg beschlossen.[7]

Eine Kuriosität ist, dass die Flussinsel Großer Wall im Ortsteil Hakenfelde des Bezirks Spandau der Verwaltung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg unterstellt ist.[8]

Eine Reihe von historischen Stadtteilbezeichnungen auf dem Gebiet des Bezirks, wie zum Beispiel Luisenstadt und Tempelhofer Vorstadt, leben in den Bezeichnungen der Grundbücher weiter.

In der Nähe der Alexandrinenstraße 12 im Ortsteil Kreuzberg liegt der geometrische Mittelpunkt Berlins. (Lage)

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner[9]
30. Juni 2016
Einwohner
pro km²
Lage
0201 Friedrichshain 9,78 127.189 13.005
KreuzbergFreidrichshainBerlinBerlin Friedrichshain-Kreuzberg Friedrichshain.svg
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0202 Kreuzberg 10,40 153.887 14.797
KreuzbergFreidrichshainBerlinBerlin Friedrichshain-Kreuzberg Kreuzberg.svg
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Parks und Viertel

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Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg

Geschichte

Bevölkerung

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Bevölkerungspyramide des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg 2010
Bevölkerungsentwicklung im Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg 2001 bis 2012 (Stand: vor Zensus 2011)
Jahr Einwohner
2001
  
251.769
2002
  
254.128
2003
  
255.958
2004
  
258.494
2005
  
261.811
2006
  
265.857
2007
  
267.919
2008
  
270.572
2009
  
268.839
2010
  
268.688
2011
  
274.386
2012
  
278.579

Per 30. Juni 2016 zählte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg 281.076 Einwohner auf einer Fläche von 20,2 Quadratkilometern.[9] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 13.819 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Strukturell unterscheiden sich beide Ortsteile insbesondere hinsichtlich ihrer Bevölkerungszusammensetzung. Im Jahr 2002 lag der Ausländeranteil gemäß Statistischem Landesamt Berlin bei 32,8 Prozent in Kreuzberg und bei 8,7 Prozent in Friedrichshain. Am 31. Dezember 2012 bezifferte sich der Ausländeranteil im gesamten Bezirk auf 22,4 Prozent.[1] Am Stichtag betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 37,6 Prozent.[1] Die Alterszusammensetzung der Bevölkerung unterscheidet sich deutlich. In Kreuzberg ist der Anteil der 35- bis 60-Jährigen höher, der Anteil der Jüngeren ist dementsprechend niedriger als in Friedrichshain. Im Bezirk wohnen vornehmlich junge Erwachsene. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung war am 31. Dezember 2012 mit 37,3 Jahren der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke, womit Friedrichshain-Kreuzberg der Bezirk mit den jüngsten Einwohnern ist (zum Vergleich: Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat mit 46,1 Jahren die älteste Bevölkerung).[1]

Die Fertilitätsrate lag 2007 bei 1,17, was sowohl unter dem Berliner Durchschnitt von 1,275 als auch unter dem Schnitt in Deutschland liegt.

Wirtschaft

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Die Coca-Cola Deutschland Zentrale

Im Jahr 2014 wurden in Friedrichshain-Kreuzberg 4.276 Gewerbeanmeldungen und 2.736 Gewerbeabmeldungen verzeichnet. Die Arbeitslosenquote im Bezirk bezifferte sich am 30. April 2013 auf 13,3 Prozent.[2]

Unternehmen

Medien

  • Flux FM
  • Viacom International Media Networks Deutschland
  • iHeartBerlin Blog

Infrastruktur

Individualverkehr

Die Bundesstraßen B 1, B 5, B 96 und B 96a führen durch Friedrichshain-Kreuzberg.

Öffentlicher Personennahverkehr

S-Bahn-Linien
S1 S2 S3 S5 S7 S8 S9 S25 S41 S42 S75 S85

U-Bahn-Linien
U1 U2 U5 U6 U7 U8

Bahnhöfe

Der in Friedrichshain gelegene S-Bahnhof Ostkreuz ist mit täglich etwa 100.000 S-Bahn-Nutzern einer der größten Umsteigebahnhöfe Berlins. Der Bahnhof wird gegenwärtig umgebaut (Stand: 2017) und soll an das Regionalbahnnetz angeschlossen werden. Im Zuge der Bauarbeiten wird der Platz vor dem Bahnhof umgestaltet und ein neues Bahnhofsgebäude gebaut.[10]

Politik

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016[11]
(endgültiges Ergebnis), Wahlbeteiligung: 62,2 %
 %
40
30
20
10
0
32,7
20,8
17,2
7,7
6,2
4,8
4,6
3,2
2,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[11]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-2,8
+8,3
-3,6
-0,2
+6,2
-9,5
+1,8
+2,3
-2,6

Bezirksbürgermeister

Amtszeit Bezirksbürgermeister Partei
01. Januar 2001 – 31. Januar 2002 Bärbel Grygier PDS
01. Februar 2002 – 14. November 2006 Cornelia Reinauer PDS
15. November 2006 – 31. Juli 2013 Franz Schulz Grüne
seit 1. August 2013 Monika Herrmann Grüne

Bezirksstadträte und Abteilungen

Bezirksstadtrat Partei Abteilung
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Grüne Familie, Personal & Diversity
Knut Mildner-Spindler, stellv. Bezirksbürgermeister Linke Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit & Soziales
Clara Herrmann Grüne Finanzen, Umwelt, Kultur & Weiterbildung
Andy Hehmke SPD Wirtschaft, Ordnung, Schule & Sport
Florian Schmidt Grüne Bauen, Planen & Facility Management

Wappen

Das Wappen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg wurde am 7. Oktober 2003 durch den Senat von Berlin verliehen.

Blasonierung: In silbernem Schild mit blauem Wellenschildfuß, belegt mit vier silbernen Wellenfäden, eine rote gezinnte Brücke, die durch zwei spitzbedachte und beknaufte Türme, die mit Zinnen, Zwischendächern, Simsen und schwarzen Schießscharten und Spitzfenstern bedeckt sind, in drei gleichmäßige Bögen unterteilt ist. Die beiden äußeren Bögen sind als Halbbögen dargestellt. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[12]

Wappenbegründung: Das Wappen ist vom erst 1991 entworfenen Wappen des ehemaligen Bezirks Friedrichshain abgeleitet. Es zeigt mit der Oberbaumbrücke das verbindende Wahrzeichen des neugebildeten Bezirks auf der ehemaligen Grenze der vorherigen Bezirke. Das blaue Wellenband verweist auf die Spree, über die die Oberbaumbrücke führt, und wurde auch aus dem vorherigen Wappen übernommen, das es wiederum aus der blauen Tingierung des Wappens Stralaus entlehnte. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Städtepartnerschaften

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterhält aktuell zehn Städtepartnerschaften.

International
NicaraguaDatei San Rafael del Sur, Nicaragua – seit Januar 1986
IsraelIsrael Kirjat Jam, Israel – seit 1990
PolenPolen Stettin, Polen – seit Juni 1996
TurkeiTürkei Kadıköy (Bezirk von Istanbul), Türkei – seit August 1996
Oborischte (Bezirk von Sofia), Bulgarien – seit Mai 1999

National

Polizei

Die Direktion 5 der Berliner Polizei ist für die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln zuständig.

Bildung

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Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg Pablo Neruda

Schulen

(Auswahl)

Hochschulen

Kultur

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Travestie Show im SO36

Theater

Museen

Clubs

Veranstaltungen

Kinos

Sport

  • Der SC Kreuzberg stellte mehrmals den Deutschen Meister im Schach. Mehrere Großmeister sind Mitglied des Clubs.
  • Die Berlin Bombshells wurden 2013 Deutscher Meister im Roller Derby
  • Die Mercedes Benz Arena ist die Heimspielstätte des achtmaligen deutschen Basketball-Meisters ALBA Berlin und des DHL Eishockey-Rekordmeisters Eisbären Berlin.

Ort der Vielfalt

Im Jahr 2008 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

In der Revaler Straße befindet sich das Wagendorf Hänger & Laster, als Modell für alternative Lebensformen.[13]

Seit 1998 findet auf der Oberbaumbrücke jedes Jahr eine als Demonstration angemeldete Gemüseschlacht zwischen Bewohnern der vormaligen Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain statt. Sie ist eine parodistische Auseinandersetzung mit den diffusen Animositäten der Bewohner der beiden Ortsteile.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2012 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 18. Juni 2013.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken (Memento vom 11. Juli 2011 im Internet Archive). In : Berliner Morgenpost. Abgerufen am 18. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Friedrichshain-Kreuzberg – Kreativ und angesagt. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. BVBI"Kreuzhain": ein junger Bezirk
  6. Xhain.net – Nachrichten aus Friedrichshain-Kreuzberg
  7. Gebietstausch mit Friedrichshain-Kreuzberg. In: Berliner Abendblatt, 28. Februar 2014. Abgerufen am 13. April 2014.
  8. Haushaltsplan von Berlin für die Haushaltsjahre 2008/2009. Bezirkshaushaltsplan Friedrichshain-Kreuzberg. Senatsverwaltung für Finanzen, S. 14, archiviert vom Original am 4. März 2016, abgerufen am 17. September 2015 (PDF; 5,0 MB).
  9. a b Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2016, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 24. September 2016 (PDF-Datei) (Wikipedia).
  10. Großbaustelle in Berlin – Bauarbeiten am Ostkreuz verzögern sich bis 2017. In: Der Tagesspiegel, 15. Mai 2013, abgerufen am 11. Juni 2013.
  11. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin
  12. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  13. Linke mögen keine Rollheimer mehr. In: Berliner Zeitung, 21. Februar 2009